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Hospiz Konstanz e.V.
Talgartenstraße 2
78462 Konstanz

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+49(0)7531/69138-0

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FAQ & Datenschutz

Datenschutz

Datenschutz ist uns wichtig. Lesen Sie hier unsere Datenschutzerklärung.

FAQ

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

1. Hospizarbeit allgemein (8)

Woher kommt der Begriff Hospiz?

Das lateinische Wort „Hospitium“ bedeutet so viel wie Gastfreundschaft, Herberge oder Gast. Hospize waren im Mittelalter kleine Klöster entlang großer Passstraßen z.B. in den Alpen. Sie beherbergten durchreisende Pilger und dienten als Raststätten für erschöpfte, arme und kranke Menschen.

Was bedeutet Hospiz heute?

Die moderne Hospizbewegung ist eine Bürgerbewegung, die sich mit der Lebenssituation sterbender Menschen auseinandersetzt. Ziel der in der Hospizbewegung engagierten Menschen ist es, die Themen “Sterben, Tod und Trauer“  mitten ins Leben zu holen, schwer kranke und sterbende Menschen zu begleiten, Angehörige zu unterstützen und Trauernden beizustehen.

Dabei liegt der Blick in der Begleitung Sterbender nicht nur auf den körperlichen, sondern auch auf den psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen der Betroffenen.

Leitsätze der modernen Hospizbewegung sind z.B.

  •  „Sterben ist eine (wichtige) Zeit des Lebens.“
  • „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ (Ciceley Saunders)
  • „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“ (Ciceley Saunders)

Was steckt hinter Hospiz für eine Idee?

Hospiz ist die große Idee, dass wir Menschen nicht alleine lassen sollten. Hospiz ist eine Haltung Sterbenden gegenüber; ein Verständnis vom Leben, zu dem Krankheit, Leiden und Sterben, Tod und Trauer dazugehören. Weil jeder Mensch in sozialen Beziehungen lebt, sind Angehörige und Freunde selbstverständlich mit eingeschlossen. (Ida Lamp)

Hospiz funktioniert nach dem Prinzip der Ehrenamtlichkeit/Freiwilligkeit. Mitmenschlichkeit und Zugewandtheit in Beziehungen kann man sich nicht kaufen – ehrenamtliche Hospizbegleitung ist daher keine Dienstleistung.

Ist das so etwas wie Sterbehilfe?

Das kommt darauf an, was Sie darunter verstehen.

Wir versuchen, Menschen im Sterben zu helfen und nicht zum Sterben. Wir begleiten Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebensweges, aber wir töten sie nicht – auch nicht auf ihren eigenen Wunsch. Töten auf Verlangen (direkte aktive Sterbehilfe) ist in Deutschland verboten und wird von der Hospizbewegung grundsätzlich abgelehnt.

Die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, dass alle medizinischen, aber auch pflegerischen und psychosozialen Mittel genutzt werden, um dem Kranken die letzte Zeit seines Lebens in Würde und Geborgenheit zu ermöglichen. Das heißt v. a. Schmerz- und Symptomfreiheit, Wahrnehmung der psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse, Achtung der Selbstbestimmung und Einbezug der Angehörigen.

Wir sind daher ggf. auch für indirekte Sterbehilfe, das bedeutet, in Kauf zu nehmen, dass die Linderung von Symptomen mit medizinischen Mitteln das Sterben unter Umständen verkürzen kann, wenn nur so Leiden vermindert oder die Qualität des verbleibenden Lebens erhöht werden kann.

Ein Leitsatz der Hospizbewegung ist: Den Stunden mehr Leben geben – nicht dem Leben mehr Stunden“.

Der Wunsch nach Beendigung des Lebens ist legitim und oft nachvollziehbar – wir verurteilen das nicht, bleiben auch bei jedweder Entscheidung der Betroffenen an deren Seite, sind jedoch keine Vollstrecker eines Tötungswunsches.

Was ist ein stationäres Hospiz?

Ein stationäres Hospiz ist eine zu 95 % von den Krankenkassen finanzierte stationäre Einrichtung zur Pflege von PatientInnen in ihrer letzten Lebenszeit, vorausgesetzt sie haben eine unheilbare, fortschreitende und fortgeschrittene Erkrankung und der Tod ist absehbar.

Die Aufnahme in ein stationäres Hospiz erfolgt durch ärztliche Verordnung über eine Klinik oder den häuslichen Bereich. PflegeheimbewohnerInnen können nicht in ein stationäres Hospiz überwiesen werden. Der durchschnittliche Aufenthalt in einem stationären Hospiz liegt in Baden Württemberg bei 10 Tagen.

In der Stadt Konstanz und auch im Landkreis Konstanz gibt es derzeit kein stationäres Hospiz, es ist jedoch eines in Planung. Bereits 2019 soll ein stationäres Hospiz für den Landkreis Konstanz in Singen eröffnet werden. Alle Infos dazu finden Sie unter  http://horizont-hospizzentrum.de/

Was ist eine Palliativstation?

Eine Palliativstation ist eine Abteilung an einem Krankenhaus, in die Patienten vorübergehend aufgenommen werden, die an einer fortgeschrittenen Krankheit mit Krankheitssymptomen leiden, die zuhause oder in einem Pflegeheim nicht mehr hinreichend beherrschbar sind.

Ziel ist die Symptomkontrolle, so dass die PatientInnen wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückgehen können.

Die Palliativstation am Klinikum Konstanz hat zurzeit 5 Betten. Sie unterliegt wie alle Stationen im Klinikum den Fallpauschalen, d.h. die Aufenthaltsdauer ist auf die Zeit der Therapiemaßnahmen begrenzt (normalerweise wenige Tage bis max. 3 Wochen).

Was ist Palliativmedizin?

„Pallium“ heißt: der Mantel. Die Palliativmedizin möchte Patienten, die unter schweren Krankheitssymptomen leiden, einen Mantel der Linderung „umlegen“, wenn eine Heilung  nicht mehr möglich ist. Das bedeutet: Vorrangiges Ziel aller medizinischen Bemühungen ist die Linderung aller die Krankheit oder das Alter begleitenden quälenden Symptome, so dass der Mensch eine möglichst hohe Lebensqualität bis zum Lebensende hat. In der sogenannten kurativen Medizin steht die Heilung von Krankheiten im Vordergrund und Ziel ist die Genesung/Gesundheit des Patienten.

Was ist der Unterschied zwischen Hospizarbeit und Palliativmedizin?

In den meisten europäischen Ländern wird zwischen Palliative Care und Hospice Care nicht unterschieden. „Care“ bedeutet Sorge, Pflege, Umsorgung.

In den deutschen Strukturen des Gesundheitssystems wird der Schwerpunkt von Palliativmedizin und Palliativpflege auf das körperliche Befinden des Kranken gelegt.

Der Schwerpunkt der Hospizarbeit liegt auf der psychosozialen Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen, die unter Einbezug von ehrenamtlichen Mitarbeiter/nnen geleistet wird. Im ambulanten Hospizdienst Konstanz wird die Begleitung vorwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen geleistet.

Im Idealfall arbeiten beide „Bewegungen“ Hand in Hand und ergänzen sich durch eine aufmerksame Wahrnehmung von Bedürfnissen oder Nöten des Kranken und seiner Angehörigen.

2. Hospizverein Konstanz (8)

Was bietet der Hospizverein Konstanz ?

  • Eine Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für alle unmittelbar und mittelbar von Sterben, Tod und Trauer Betroffenen.
  • Den ambulanten Hospizdienst, der schwer kranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen kostenfrei unterstützt – egal wo sie leben (zuhause, im Pflegeheim, in der Klinik und an allen anderen Orten).
  • Die Kinder- und Jugendhospizarbeit im gesamten Landkreis Konstanz, die Kinder und Jugendliche jeden Alters, die von eigener lebensbedrohlicher Krankheit oder dem Sterben eines Angehörigen betroffen sind, unterstützt. Übergangsweise begleiten wir auch Kinder und Jugendliche, die einen plötzlichen Verlust erlitten haben.
  • Verschiedene Angebote für Trauernde: Beratung, ehrenamtliche Begleitung, spezielle Gruppenangebote z. B. eine Gruppe für trauernde Kinder, einen Tag für jung(e) Verwitwete, einen Tag für Mütter und Väter nach Verlust eines Kindes durch Fehlgeburt, Totgeburt oder Säuglingstod.
  • Eine rege Öffentlichkeitsarbeit, die die Menschen ermutigen soll, sich mit den Themen zu beschäftigen, Vorträge, Kurse (z.B. in letzter Hilfe), aber auch Kulturveranstaltungen – nicht zuletzt seit 1998 die Benefizveranstaltung Jazz Downtown Konstanz.

Wer hat etwas vom Hospizverein Konstanz ?

Die „Zielgruppe“ sind praktisch alle Menschen in Konstanz und Umgebung, da Sterben, Tod und Trauer jeden Menschen in jedem Alter  etwas angeht.

Wie vielen Menschen hilft der Konstanzer Hospizverein im Jahr?

Wir gehen zu ca. 200 Menschen/Jahr

  • nachhause
  • in Pflegeheime
  • in Klinikum/Kinnderklinik
  • ins ZfP/Behinderteneinrichtungen
  • und an jeden anderen Ort

 

Es kommen zu uns ca.

  • 250 Menschen/Jahr zu Beratungen
  • 150 Menschen im Jahr in unsere Gruppen

 

Wir bieten noch

  • ca. 6-8 Vorträge bzw. Veranstaltungen/Jahr
  • Kurse (Ehrenamtliche und Fachkräfte)
  • Infoveranstaltungen für Einrichtungen
  • Projekte in Schulen
  • Jazz Downtown Konstanz – seit über 20 Jahren

Was kostet das?

Beratung und Begleitung sowie Gruppenangebote des Hospizvereins sind für die Betroffenen kostenfrei. Nur für die Nachtwachen, die der Verein vermittelt, müssen Patienten eine Aufwandsentschädigung zahlen.

Wie ist die Vernetzung des Hospizvereins Konstanz mit anderen Einrichtungen?

Wir sind mit allen Einrichtungen und Diensten der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege, dem Klinikum und mit vielen Abteilungen der Stadt gut vernetzt. In der Kinder- und Jugendhospizarbeit auch mit Diensten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe im ganzen Landkreis.

Da der ambulante Hospizdienst naturgemäß eher nach einer längeren Zeit zu einem bereits bestehenden Betreuungs-Netzwerk hinzukommt, sind wir auf die gute Zusammenarbeit mit anderen angewiesen.

Auch mit Kultur- und Bildungseinrichtungen arbeiten wir oft und eng zusammen, z.B. wenn es um Veranstaltungen geht.

Ist der Hospizverein unter einem „Dach“?

Nein – schon der Gründungskreis hat damals beschlossen, dass er einen unabhängigen, gemeinnützigen Verein favorisiert, der weder inhaltlich noch finanziell oder strukturell von einem öffentlichen oder kirchlichen Träger abhängig ist.

Wie finanziert sich der Hospizverein Konstanz?

Die Arbeit finanziert sich zum großen Teil über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Der Konstanzer Hospizverein benötigt jährlich über 100.000 € Spenden, um den Betroffenen seine vielfältigen Angebote kostenfrei anbieten zu können (Fachkräfte, Unterhalt des Hauses, Öffentlichkeitsarbeit, Sachkosten).

Zuschüsse zu den Personalkosten gibt es durch Fördergelder der Krankenkassen (§ 39 a, SGB V), durch die Stadt Konstanz und den Landkreis Konstanz (für die Kinder- und Jugendhospizarbeit).

Warum kostet die Nachtwache etwas?

können. Außerdem ist es nötig, die Patienten zu lagern, Medikamente zu spritzen, Windeln zu wechseln etc., wofür nachts kein Pflegedienst da ist. In solchen Situationen sind Laien oft überfordert.
Außerdem ist es für Ehrenamtliche, die tagsüber ihre Arbeit oder Familie haben, meist unmöglich, eine ganze Nacht – oder sogar mehrere Nächte – am Bett eines sterbenden Menschen zu wachen.
Daher haben wir schon vor vielen Jahren eine Gruppe von Nachtwachen etabliert, die in den Haushalten der Kranken nachts die Begleitung sterbender Menschen übernehmen. Alle sind ausgebildete Krankenpfleger/-schwestern oder Altenpfleger/innen.
Die Nachtwachen sind Teil des ambulanten Hospizdienstes. Da sie in ihrer fachlichen Kompetenz angefragt werden, zahlt der Patient für diesen Teil des Engagements eine Aufwandsentschädigung. Die Nachtwache durch eine Fachkraft kostet 70 € für ca. 9 Stunden individuelle Betreuung im eigenen Haushalt oder im Pflegeheim. Der Hospizverein stellt dafür eine Rechnung und gibt den gesamten Betrag an die jeweilige Nachtwache weiter.
Alles andere: die Vermittlung durch die Koordinatorin, die über die Nacht hinausgehenden Besuche, die psychosoziale Zuwendung etc. ist für die Betroffenen kostenfrei.

3. Lebensbegleitung bis zum Schluss (5)

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Hospiz einzuschalten?

Sobald sich abzeichnet, dass irgendwann Unterstützung notwendig werden könnte. Für eine Kontaktaufnahme mit den hauptberuflichen Mitarbeiter/innen ist es nie zu früh.  So ist es möglich, in Ruhe die Angebote des Vereins und dort tätige Menschen kennen zu lernen und sich miteinander über Bedarf und Möglichkeiten Klarheit zu verschaffen.

Wie lange und wie oft wird begleitet?

Eine Begleitung kann eine Stunde dauern oder mehrere Jahre. Daher kann man die Frage nach dem „wie oft“ nicht beantworten. Auf jeden Fall ist für die Ehrenamtlichen nach einer Begleitung eine Pause sinnvoll.

Gibt es auch Begleitungen in Pflegeheimen/Kliniken (wenn gewünscht)?

Ja – ca. die Hälfte unserer Begleitungen finden in Pflegeheimen statt, was u. a. daran liegt, dass dort inzwischen auch viele jüngere chronisch kranke Menschen betreut werden. Wir kommen in Pflegeheime, wenn es ums Thema Sterben geht, wenn es die Bewohner selbst, deren Angehörige oder das Pflegepersonal anregen.

Was machen die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen?

Sie versuchen wahrzunehmen, was der Mensch, den sie begleiten, gerade braucht – und dies dann zu tun: zuhören, reden, schweigen, Musik hören, beten, singen, lachen, vorlesen, berühren… Pflegerische Maßnahmen und Aufgaben im Haushalt sind grundsätzlich Tätigkeiten der professionellen/bezahlten Helfer. Aber Ehrenamtliche helfen natürlich, wenn dies erforderlich ist (z. B. bei Durst, Hunger, trockenen Lippen etc.). Der zeitliche Umfang einer Begleitung ist abhängig von der jeweiligen Situation und von der Zeit, die der jeweilige Ehrenamtliche verschenken kann und will.

Fragen, die vielen Ehrenamtlichen von Freunden, Angehörigen, Bekannten gestellt werden und zu denen sich jeder Gedanken machen und seine eigenen Antworten finden muss:

  • Warum tust Du das ?
  • Was machst du denn da ?
  • Deprimiert dich das nicht ?
  • Woher nimmst du die Kraft ?
  • Wie gehst du selbst mit der Trauer um, wenn ein begleiteter Patient stirbt ?

Wer darf im Hospizverein ehrenamtlich mitarbeiten ? Braucht man eine berufliche Qualifikation?

Es braucht zur ehrenamtlichen Mitarbeit keine berufliche Qualifikation. Jede Person, die sich im Hospizverein engagieren möchte, ist grundsätzlich willkommen. Im Vorbereitungskurs, den jede/jeder absolviert, besteht für die Teilnehmer/innen und für die Verantwortlichen des Vereins die Möglichkeit, zu überprüfen, ob diese ehrenamtliche Tätigkeit für diese Person und diese Person für dieses Ehrenamt  passt.

5. Unterstützung der Hospizarbeit in Konstanz (1)

Wie kann ich mitmachen/unterstützen?

  • Sie können ehrenamtlich mitarbeiten (dann machen Sie einen Vorbereitungskurs).
  • Sie können Mitglied werden (40 €/Jahr) oder sogar Förderer (500 €/Jahr).
  • Sie können spenden oder bei einer Veranstaltung (z.B. Jazz Downtown Konstanz) Sponsor werden
  • Sie können dem Hospizverein ein Vermächtnis zukommen lassen.

Spendenkonten:

Hospiz Konstanz e.V.
Konto Nummer 63636
Sparkasse Bodensee BLZ 690 500 01
IBAN: DE07690500010000063636
BIC:  SOLADES1KNZ

Konto Nummer 2184 000 00
Volksbank Konstanz-Radolfzell BLZ 692 910 00
IBAN: DE98692910000218400000   BIC:  GENODE61RAD

Kinder- und Jugendhospizarbeit Konstanz
Konto Nummer 24232423
Sparkasse Bodensee BLZ 690 500 01
IBAN: DE73690500010024232423
BIC:  SOLADES1KNZ

6. Kinder- und Jugendhospizarbeit im Landkreis Konstanz (4)

Welche Kinder werden begleitet?

  1. Kinder, die eine lebensbedrohliche Krankheit (zum Beispiel Leukämie) oder eine lebensbegrenzende Krankheit (zum Beispiel Muskelschwunderkrankungen)  haben.
    Es werden Kinder aus dem ganzen Landkreis Konstanz begleitet, wenn gewünscht schon ab dem Zeitpunkt der Diagnose.
  2. Gesunde Kinder, die mit einem schwerkranken und sterbenden Angehörigen in einem Haushalt leben, zum Beispiel die Geschwister eines erkrankten Kindes oder Kinder eines sterbenden Elternteils.
  3. In besonderen Situationen und für kürzere Zeit auch Kinder, die vom (plötzlichen) Tod eines Familienmitglieds betroffen sind.

Gibt es viele Kinder-Begleitungen im Jahr?

Zahlenmäßig weit weniger als im Erwachsenenbereich, da nicht so viele Kinder schwerkrank oder sterbend sind.

Unter den ca. 25 Anfragen in der Kinder- und Jugendhospizarbeit im Jahr gibt es ca. 5 für kranke Kinder im Landkreis. Diese Begleitungen sind oft sehr komplex und erschütternd, weil alle in der Familie in Not kommen, wenn ein Kind schwer erkrankt ist. Nicht selten brauchen die gesunden Geschwisterkinder in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit. Solche Begleitungen ziehen sich oft über Jahre.

Deutlich öfter geht es um gesunde Kinder in einem Haushalt mit schwerkranken und sterbenden Eltern.

Erschreckend oft trifft der Tod eines Elternteils Kinder und Jugendliche.

Was gehört noch zur Kinder- und Jugendhospizarbeit?

Wir bieten jedes Jahres eine Gruppe für trauernde Kinder zwischen 8 und 12 Jahren an, die an drei Samstagen von 10-16 Uhr Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Situation erfahren.

Die Beratung von Einrichtungen und Diensten zum Umgang mit schwerkranken, sterbenden und trauernden Kindern oder mit Kindern, die mit schwerkranken Familienangehörigen zusammen leben.

Öffentlichkeitsarbeit, um für die Nöte und Bedürfnisse von Kindern in diesen Situationen zu sensibilisieren.

Für welche Städte und Gemeinden leisten wir Kinder- und Jugendhospizarbeit?

Unsere Kinder- und Jugendhospizarbeit erstreckt sich über den gesamten Landkreis Konstanz.

Diese Städte gehören zum Landkreis:

  • Konstanz
  • Singen
  • Radolfzell am Bodensee,
  • Aach,
  • Engen,
  • Stockach,
  • Tengen

Diese Gemeinden gehören zum Landkreis:

  • 78476 Allensbach
  • 78351 Bodmann-Ludwigshafen
  • 78266 Büsingen am Hochrhein
  • 78253 Eigeltingen
  • 78343 Gaienhofen
  • 78262 Gailingen am Hochrhein
  • 78244 Gottmadingen
  • 78247 Hilzingen
  • 78355 Hohenfels
  • 78345 Moos
  • 78259 Mühlhausen-Ehingen
  • 78357 Mühlingen
  • 78337 Öhningen
  • 78359 Orsingen-Nenzingen
  • 78479 Reichenau
  • 78239 Rielasingen-Worblingen
  • 78256 Steißlingen,
  • 78269 Volkerthausen

7. Trauer(nde) (4)

Wie lange dauert Trauer?

Trauer hört nie auf, sie verändert sich aber.

Durch den Verlust eines nahestehenden Menschen werden die meisten Menschen tief erschüttert. Diese Erschütterung drückt sich in Trauer(reaktionen) aus.

Trauerreaktionen können Erstarrung, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Sprachlosigkeit, Weinen, Schreien, Wut, innere und äußere Unruhe, das Empfinden von Sinnlosigkeit des eigenen Lebens sein. Kurz nach dem Tod stehen diese Gefühle im Vordergrund. Die Menschen werden wellenartig von ihren heftigen Gefühlen überschwemmt. Mit der Zeit werden die Trauergefühle schwächer und andere Lebensgefühle können wieder gespürt werden.

Ganz langsam kommen Lebensfreude und Lebenssinn wieder.

Wie lange darf man trauern?

Jeder hat seinen eigenen Weg in der Trauer und deshalb sind die Zeiten, in denen die traurigen Gefühle das Leben bestimmen, sehr unterschiedlich. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass das erste Jahr bestimmt ist durch das „Alles das erste Mal ohne den Verstorbenen erleben“. In diesem Jahr geht es oft nur ums „Überleben“. Im zweiten Jahr wird vielen Menschen bewusst, dass der Verstorbene nicht mehr zurückkehrt und dass der Zurückbleibende sich in seinem Leben ohne ihn zurecht finden muss. Dies löst oft noch größere Verzweiflung aus. Im dritten Jahr der Trauer tauchen immer öfter positive Lebensgefühle auf und im Laufe der Zeit (Jahre) findet sich der Trauernde immer besser in seinem Leben zurecht.

Was ist bei Trauer normal?

Alles, was hilft, die Trauer anzunehmen und fließen zu lassen.

Es gibt Menschen, die müssen sich eine Zeit lang aus dem Leben zurückziehen. Es gibt andere, die versuchen ihr Leben so weiter zu leben, wie sie es immer gelebt haben.

Der eine muss aus der vertrauten Umgebung sofort ausziehen, der andere möchte alles möglichst unverändert lassen.

Die einen gehen die alten Wege ganz bewusst, die anderen können die gemeinsamen Plätze nicht mehr aufsuchen.

Für den einen ist der tägliche Friedhofsbesuch ein Teil der Bewältigung, für den anderen ist der Friedhof kein Ort, an dem er Kontakt zu dem Verstorbenen haben kann.

Wenn wir Trauernden begegnen, sollten wir versuchen, behutsam zu erfragen, was ihnen gerade hilft, Schritt für Schritt in ein Leben ohne den geliebten Menschen zu gehen. Der Weg der Trauer ist immer ein individueller, sehr persönlicher Weg.

Was ist Trauer?

Trauer ist die natürliche Reaktion eines Lebewesens auf drohenden oder erlebten Verlust von etwas oder jemand Geliebtem / Wertvollen.

Je nach Bedeutung der Person / des Gegenstandes, der Länge und Art der Beziehung, den Umständen, die zum Verlust geführt haben (plötzlich, überraschend, erklärbar, voraussichtlich, unerklärlich, natürlich) und der Lebenssituation der Trauernden zeigt sich Trauer in vielen unterschiedlichen, oft schlagartig wechselnden, scheinbar unverbundenen Emotionen – wie Angst, Wut, Traurigkeit, Erleichterung, Starre, Ohnmachtsgefühle, Aktivismus u.v.m..

Trauernde leiden auch unter enormen körperlichen Symptomen von unterschiedlichsten Schmerzen und Schwächegefühlen, über Schlaf- und Appetitlosigkeit, stark erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, Herzprobleme, fast immer Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen u.v.m..

Trauer kann bewältigt werden, indem sie ins Leben integriert wird, sie ändert sich, geht aber nicht weg. Trauer ist nicht pathologisch sondern ein natürlicher Anpassungsprozess an „ein Leben ohne…“. Evolutionär gehört die Fähigkeit zu trauern zu der Grundausrüstung eines Lebens mit Verlusten. Die individuelle „Trauerkompetenz“ ist sehr unterschiedlich.
Kommen bestimmte Faktoren im Leben des Trauernden hinzu, z. B. Mehrfachverluste Gewalterfahrung, Schuld am Tod, Armut, eigene Krankheit o. Ä., kann sich normale Trauer in pathologische Zustände z. B. Depressionen entwickeln.

Trauer muss bei normalem Verlauf nicht therapiert werden, braucht aber Ausdruck, Raum und ein „Du“. Wie sich das für jemand gestaltet, hängt von der Person ab. Inzwischen gibt es zahlreiche Begleitungsangebote für Trauernde.

Erschwerte Trauer, die in pathologische Zustände führt, sollte in professionelle, therapeutische Hände.

Wenn Sie Fragen haben, dann melden Sie sich bitte bei uns!