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Adresse

Hospiz Konstanz e.V.
Talgartenstraße 4
78462 Konstanz

Telefon

+49(0)7531/69138-0

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Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiter im Hospiz Konstanz e.V.

Jeder braucht jemanden. Irgendwann.

Jeder ehrenamtliche Mitarbeiter beim Hospiz Konstanz e.V. nimmt zur qualifizierten Vorbereitung auf seine Tätigkeit an diesem Kurs teil. Wir sprechen bewusst von Vorbereitung und nicht von Ausbildung, weil man den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer nicht im herkömmlichen Sinne erlernen kann. Das, was jeder Einzelne tut, wird immer das Ergebnis persönlicher Auseinandersetzung und Erfahrung sein.
Die Menschen, die sich hospizlich engagieren, verbindet das Ziel, Sterben, Tod und Trauer in unser aller Leben zu integrieren, das heißt als Teil unseres Lebens zu begreifen. In dieser Haltung begleiten wir Menschen jeden Alters in diesen Grenzsituationen des Lebens. Menschliche Grundhaltungen wie Respekt, Toleranz, Achtsamkeit, Verantwortlichkeit und ein liebevolles Interesse anderen gegenüber sind dabei unabdingbar.

Das Motto des Kurses „Jeder braucht jemanden. Irgendwann.“ macht deutlich: Jeder von uns kann in eine Situation kommen, in welcher er Begleitung braucht. In jeder Begleitung geht es darum, die Autonomie der Betroffenen in größtmöglicher Weise zu respektieren — bis zu dem Punkt, an dem auch das Aufeinander-Angewiesen-Sein akzeptiert werden kann.

Als Modell des Vorbereitungskurses für Ehrenamtliche im Hospiz Konstanz e.V. diente uns anfänglich das „Celler Modell zur Vorbereitung Ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung“. Wir schöpfen unser Material weiterhin zu einem großen Teil aus dieser Vorlage. Im Laufe der Jahre haben wir das Konzept abgewandelt und an die Gegebenheiten in Konstanz angepasst — einerseits weil unser Verein nicht in kirchlicher Trägerschaft steht und sich darin Menschen unterschiedlichster Weltanschauung engagieren, andererseits weil sich in diesem Kurs alle Ehrenamtlichen auf ihre jeweiligen Aufgaben vorbereiten (Kinderhospiz-Paten, Trauerbegleiter, Ehrenamtliche in Vorstand, Öffentlichkeitsarbeit usw.), nicht nur die in der Sterbebegleitung Erwachsener Tätigen.

Ziele:

Ein wesentliches Ziel des Vorbereitungskurses ist es zu klären, ob ein Ehrenamt im Hospiz für diese Person passt und diese Person für das jeweilige Ehrenamt passt.
Diese Klärung ist wichtig für den „Bewerber“, damit er sich mit seiner Aufgabe identifizieren kann und wichtig für die hauptberuflichen Fachkräfte im Hospiz, damit sie ihrer Verantwortung für die zu begleitenden Menschen und für die ehrenamtlichen Mitarbeiter gerecht werden können.

Inhaltlich geht es in dem Vorbereitungskurs darum, die Grundlagen ehrenamtlicher hospizlicher Tätigkeit deutlich zu machen:

  • Hospizliche Begleitung ist das Angebot vertrauensvoller Beziehung.
  • Der Begleiter ist grundsätzlich bereit, etwas zu geben. Mit hoher Verbindlichkeit verschenkt er Zeit, persönlichen Einsatz, emotionale Zuwendung. Was „zurück kommt“ — an Begegnungen, Erfahrungen, vielleicht auch Dankbarkeit — kann nicht der Zweck seines Einsatzes sein, sondern ist eher wie die „Ernte“, die sehr unterschiedlich ausfallen kann.
  • Echte Begegnung setzt Präsenz und Authentizität sowie Achtsamkeit und Wertschätzung im Umgang miteinander voraus. In der hospizlichen Begleitung gilt es darüber hinaus, die Bedürfnisse des anderen in den Vordergrund zu stellen, ohne sich selbst zu verleugnen oder eigene Grenzen zu ignorieren.
  • Hospizmitarbeiter verstehen das eigene Leben — auch mit seinen Krisen — als Erfahrungsschatz. Ihn bringen sie in die Begleitung ein. Dies setzt die Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung zu Sterben, Tod und Trauer und mit der eigenen Endlichkeit voraus.
  • Unsere hospizliche Tätigkeit lebt von der Spannung zwischen hoher Eigenverantwortung und dem Eingebunden-Sein in das Netzwerk einer Gemeinschaft. Daher braucht es eine Begleitung der Begleiter. Sie erfolgt durch hauptberufliche Mitarbeiter sowie in der Supervision durch den Supervisor und durch die Gruppe.
  • Die Kenntnis der anderen sozialen Dienste und ihrer Verknüpfung mit der hospizlichen Tätigkeit ist unverzichtbar, um die begleiteten Menschen immer wieder in den Mittelpunkt stellen zu können.
  • Auch außerhalb des unmittelbaren Hospiz-Dienstes repräsentieren die Mitarbeiter hospizliche Haltung in ihrem privaten Umfeld — und sind sich dessen bewusst.

Struktur des Kurses:

Der Vorbereitungskurs umfasst etwa 10 Monate und gliedert sich in drei Teile:

  • Einführungskurs,
  • erste praktische Erfahrungen ,
  • Vertiefungskurs mit einem Seminar-Wochenende.

Die Kurseinheiten finden in der Regel abends statt und dauern jeweils ca 3 Stunden.

  • Der Einführungskurs umfasst 6 Abende und einen ganzen Samstag mit insgesamt 8 inhaltlichen Einheiten. Er wird moderiert von ehrenamtlichen Mitarbeitern aus allen Bereichen der Hospizarbeit, die den Teilnehmern modellhaft auch ihre persönlichen Erfahrungen nahe bringen.
  • Nach dem Einführungskurs machen die künftigen Ehrenamtlichen erste Erfahrungen in dem Tätigkeitsfeld, für das sie sich interessieren, und zwar in enger Anbindung an die jeweiligen Koordinatorinnen. Dabei überprüfen sie, ob stete innere Bereitschaft, Abrufbarkeit, zeitliche Flexibilität und die erforderliche Verbindlichkeit mit ihrem sonstigen Leben vereinbar sind.
  • Der Vertiefungskurs umfasst 4 Abende. Sie werden inhaltlich von den Koordinatorinnen des ambulanten Dienstes zu Sterbebegleitung Erwachsener und der Kinderhospizarbeit sowie von unserer Trauerreferentin gestaltet.
  • Abschließend nehmen die neuen Ehrenamtlichen an einem Seminar-Wochenende teil. Es bildet den Übergang in das gewählte Tätigkeitsfeld. Es wird von dem jeweiligen Supervisor (Sterbebegleitung Erwachsener, Kinderhospizarbeit, Trauer-Team) und der Hospizleitung gestaltet.

Die inhaltlichen Schwerpunkte ergeben sich aus den Erfahrungen der ersten Begleitungen und den Themen der Supervision.

An diesem Seminar-Wochenende nehmen auch die „alten“ Ehrenamtlichen und die Koordinatorinnen teil.

Jede Kurseinheit soll in ausgewogenem Umfang Informationen, Erfahrungsmöglichkeiten und Anregung zur Reflexion enthalten. Da die Teilnehmer von unterschiedlichen Methoden unterschiedlich profitieren, ist Methodenvielfalt angestrebt.

Wenn Sie Fragen haben, dann melden Sie sich bitte bei uns!