Teil I
Der erste Teil unseres alljährlich angebotenen Kurses bietet Interessierten die Möglichkeit, sich mit den Themen "Sterben, Tod und Trauer" intensiver zu beschäftigen: Zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben (eigenen Wertvorstellungen) oder zur Vorbereitung auf eine kommende familiäre Situation oder ein zukünftiges Ehrenamt im Bereich der Betreuung sterbender Menschen.
Der zweite Teil des Kurses dient der (zusätzlichen) Vorbereitung zukünftiger ehrenamtlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich im Hospiz Konstanz e.V. in der Begleitung sterbender und trauernder Menschen engagieren möchten.
Teil II
Wir sprechen bewusst von Vorbereitung und nicht von Ausbildung, weil man den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer nicht im herkömmlichen Sinne erlernen kann. Das, was jede/r Einzelne tut, wird immer das Ergebnis von persönlicher Auseinandersetzung und Erfahrung sein.
In unserem Vorbereitungsteam arbeiten haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen aus der Sterbe- und Trauerbegleitung und der Kinderhospizarbeit.
Wir begeben uns im Vorbereitungskurs gemeinsam mit Menschen, die ehrenamtlich mit uns arbeiten wollen, auf die Suche nach ihren Wurzeln, nach dem Boden, auf dem sie stehen, nach der Hoffnung, die sie trägt, und nach den Quellen, aus denen sie Kraft gewinnen können.
16 Schritte-Konzept
Als Grundlage unseres Kurses dient uns ein Konzept mit dem Titel "Verlass mich nicht, wenn ich schwach werde", das in Form eines Weges in insgesamt 16 Schritten an wesentliche Fragen heranführt.
Die ersten 8 Schritte tun wir zunächst in einem Einführungsteil, der allen Interessierten offen steht, die sich intensiver auf Fragen, die die Endlichkeit betreffen einlassen möchten:
- Wir versuchen, uns und andere wahrzunehmen
- Wir beginnen, Wege miteinander zu gehen
- Wir erfahren Zuhören und Angehörtwerden
- Es gibt tastende Versuche des Verstehens mit der Erfahrung, dass wahres Verstehen immer bruchstückhaft bleiben wird
- Jede/r muss den ganz eigenen Weg suchen, um auf diesem weiterzugehen
- Wie ist es, wirklich mit der eigenen Person bei einem Menschen zu bleiben, zu verweilen?
- Abschiednehmen braucht immer die Fähigkeit des Loslassens
- Woher nehme ich die Kraft, wieder aufzustehen und neue Schritte zu wagen?
Vertiefungsteil
Der Vertiefungsteil, der der Vorbereitung zukünftiger ehrenamtlicher Mitarbeiter/-innen in der Sterbe- und Trauerbegleitung des Hospizes dient, führt uns mit den nächsten 8 Schritten noch näher an ganz persönliche Lebensfragen:
- Wir suchen nach unserer (je) eigenen Berufung
- Wie ist es, als ehrenamtliche/r Helfer/in gefragt zu sein und sich persönlich nach eigenen Einstellungen und Erfahrungen fragen zu lassen?
- Wir bedenken den eigenen Lebensweg
- Kann ich mich zu etwas bekennen und "Bekenntnisse" annehmen?
- Weiß ich um die lösende Wirkung eines Wortes, einer Geste?
- Wir fragen nach dem Sinn, nach dem, was ein Leben erfüllt sein lässt
- Was bedeutet für mich ein gesegnetes Leben, gesegnet sein?
- Wir spüren unserer (je) eigenen Begabung nach und der Dankbarkeit für Menschen/ Dinge, mit denen wir "begabt" sind
Persönliche Voraussetzungen
Persönliche Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs und damit für eine ehrenamtliche Tätigkeit ist, sich auf diese Fragen und Erfahrungen in der Gruppe einlassen zu können.
Im gesamten Kurs begleitet das Team diesen Weg des Nachdenkens und der Erfahrungen. Der komplette Kurs bietet die Chance, eigene Begabungen und Grenzen wahrzunehmen und so zu einer verantwortlichen Entscheidung zu gelangen, was ich freiwillig in die Hospizarbeit einbringen möchte und kann. Für die Verantwortlichen im Hospiz ergibt sich die Antwort auf die Fragen: "Passt dieses Ehrenamt innerhalb des Hospizes für diese Person?" und "Passt diese Person für den jeweiligen Dienst?"
So handelt es sich bei der Vorbereitung ehrenamtlicher Mitarbeiter/innen letztlich um einen gemeinsamen Weg, der für beide Seiten, Teilnehmer/innen und Verantwortliche, tragfähige Entscheidungen ermöglicht.
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